Ich fühle – My SundaySpotlight #13

Ich fühle

“Ich fühle mich schlecht.”

“Ich habe Angst.”

“Ich bin wütend.”

So denken oder sagen wir, was wir fühlen. Und damit identifizieren wir uns mit unseren Gefühlen. Bei “Ich bin wütend.” ist es klar erkennbar, dass dieser Zustand gerade 100%ig meine Identifikation ist.

Aber auch “haben” erzeugt Identifikation. Ich habe ein tolles Auto. Zeigt klar meinen Besitz an. Und Angst haben ist dann logischerweise auch Besitz.

Im Zuge von Kommunikationsregeln – z.B. der “Ich-Botschaft” haben wir gelernt, von sich selber, seinen eigenen Wahrnehmungen, Gefühlen, Bedürfnissen… auszugehen.

Dahinter steht, dass Wahrnehmungen, Gefühle… rein subjektiv sind. Spreche ich von meinen Wahrnehmungen, dann sind sie für mich richtig und das Gegenüber muss sie so akzeptieren. Und darf im Gegenzug selbstverständlich eine völlig andere Wahrnehmung haben.

In dieser Art und Weise funktioniert es auch genauso, wie es gedacht ist.

Wir wissen, Wahrnehmung ist subjektiv. Wenn ich jetzt A wahrnehme und du B, dann liegt beides auf dem Tisch und wir können schauen, wie es dazu gekommen ist. Vielleicht finden wir über den gemeinsamen Austausch die Ursache und sehen nun beide C. Oder aber, wir stellen fest, dass wir nicht herausfinden können, wo der Unterschied liegt. Da jeder in seiner subjektiven Wahrnehmung recht hat: kann man es einfach so stehen lassen. Es muss nicht um die einzig wahre Wahrheit gekämpft werden.

Blöd jetzt nur, wenn ich mein wahrgenommenes Gefühl bin. Dann wenn du jetzt was anderes fühlst, dann BIN ich mindestens anders – im Zusammenhang mit dir.

Evolutionär sind wir Menschen zum Überleben dringend aufeinander angewiesen gewesen. Ein Ausschluss aus der Gemeinschaft bedeutete in der Regel den sicheren Tod. Das sieht zwar heutzutage etwas anders aus – man kann auch ohne Beziehungen physisch ganz gut überleben, aber…

…die Psyche kann ohne zwischenmenschliche Beziehungen nicht gesund bleiben. Sehen und merken wir gerade in der Zeit steigender Zahlen und wieder mehr Social Distancing.

Ich z.B. habe nach dem Lock-Down und als die Zahlen wieder gut gesunken waren, mein ganzes Jahresbudget für “Auswärts Essen gehen” bis Mitte September ausgegeben. Eigentlich war ich nur draußen, immer mit Abstand und immer nur in Aussengastros, die die Regeln gut umgesetzt haben. Damit ich nachholen konnte, was mir im Lock-Down verloren gegangen war und so viel “Soziale Kontakte” – in meinem Fall einfach Menschen in meiner Nähe haben – sammeln konnte wie geht.

Weil: ich schon im Lock-Down Angst vor der Herbst/Winter-Saisson 2020/2021 gespürt habe. Und den Herausforderungen, die reduzierte soziale Kontakte so mit sich bringen. Und ich bin übrigens jemand, der gut mit sich sein kann.

Zurück zu der Notwendigkeit, soziale Kontake, zwischenmenschliche Beziehungen und die Krux, anders zu sein, als das Gegenüber.

Ich BIN also mein Gefühl, das heisst, ich verbinde mich mit dem Gefühl. Mein Gegenüber hat sich auch mit seinem Gefühl verbunden. Nun haben wir den Salat. Ich möchte nicht anders sein, mein Gegenüber möchte nicht anders sein. Damit wir in der Gemeinschaft bleiben können.

Was jetzt? Jetzt startet häufig der Kampf: Wer hat recht.

Was wäre passiert, wenn ich nicht das Gefühl X habe, sondern wenn ich das Gefühl X spüre?

“Ich spüre Angst.”

“Ich spüre Hunger.”

“Ich spüre Wut.”

In diesem Fall ist es eine Wahrnehmung. Wenn ich es so formuliere, dann formuliere ich, was ich wahrnehme. Wäre es etwas, was man sehen könnte, dann würde ich nur beschreiben, was ich sehe. Also eine Beobachtung.

Die Beobachtung ist neutral. Sie ist nicht gut und nicht schlecht.

Wenn ich jetzt formuliere, dass ich Angst spüre – so wie ich bei der Herbst/Winter Saisson 2020/2021, dann kann ein Gespräch darüber stattfinden. Ohne, dass dabei gekämpft werden muss.

Du könntest jetzt zum Beispiel fragen, wie stark das Gefühl der Angst ist.

Da muss ich mal kurz in mich reinschauen…

Ah – im Moment spüre ich eine kleine Angst. Aber ich spüre dahinter auch die Anstrengung, die die kommende Saisson vielleicht mit sich bringt….

Und so kannst du dich und dein Gegenüber vielleicht etwas besser kennenlernen.

Und wenn du die Angst, das Unbehagen, die Ungeduld… nur spürst, dann bist du nicht: ängstlich, wütend, ungeduldig.

Fühlt sich gut an?

Ich finde schon.

Und wenn du Unterstützung brauchst, dann lass dir doch gerne von mir unterstützen.

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Ich freue mich auf dich,
Herzlichst,
Melanie

 

Für oder Gegen? – My SundaySpotlight #12

Für oder gegen?
Motivationsgrundlage

Damit du etwas machst, brauchst du Motivation. Die kann aus einem: “Für etwas” kommen, oder eben aus einem: “Gegen etwas”.

Wenn du dich jetzt fragst, ob es nicht eigentlich egal ist, ob ich z.B. gegen Umweltverschmutzung oder für eine sauberere Umwelt handel, dann ist das Ziel hinten sicherlich das Gleiche.

Gleiches Ziel – gleiche Energie?

Wenn du mir schon ein bisschen folgst, dann weißt du ja schon, das ich der Auffassung bin, dass Worte, Mindset, Haltung… eine wesentliche Rolle in unserer Gefühlswelt spielen können.

Wie fühlt es sich jetzt also an, wenn ich FÜR etwas arbeite, mich engagiere, vielleicht sogar kämpfe?

In meiner Gefühlswelt fühlt es sich gut an. Ich habe den Eindruck, das Richtige zu machen. Und – ich habe den Eindruck, dass es einfacher ist, ich “Rückenwind” habe.

Wenn ich GEGEN etwas arbeite, mich engagiere, kämpfe… dann habe ich deutlich Gegenwind. Ich habe sofort das Gefühl: “Puh – das wird ganz schön hart, anstrengend, schwierig…”. Ich fühle mich viel mehr allein.

Großes Bewegen

Wenn ich nun bei meinem Ziel: Sauberere Umwelt bleibe… dann ist es für mich viel einfacher, erst mal bei mir anzufangen, und hier für mein Ziel zu tun, was ich kann.

Und weil ich ja FÜR etwas bin, bin ich auch begeistert. Es fühlt sich gut an! Ich erzähle meinen Freunden und Kollegen, was für einen tollen Laden ich entdeckt habe, wo ich unverpackt einkaufen gehen kann. Und wie einfach sich das in meinen Alltag integriert hat….

Ich kann mir gut vorstellen, dass die, die sich auch überlegen, mehr für eine saubere Umwelt zu machen, davon eher mitreißen lassen als …

…wenn ich jedesmal, wenn meine Kollegin den Salat aus der Plastiktüte in die Schüssel schüttet, einen Vortrag über Mikroplastik, Umweltzerstörung… halte und wie wichtig es ist, dass wir unser Verhalten diesbezüglich ändern….

Für oder Gegen

Ich bin grundsätzlich viel lieber “Für” etwas.

Für:

* einen Umgang miteinander auf Augenhöhe
* einen wertschätzenden Umgang miteinander
* ressourcenschonendes Verhalten
* mehr Gerechtigkeit
* …

Weil das “Für” viel besser zu transportieren ist. Und mich viel mehr bewegt.

Wie hältst du es? Für oder Gegen?

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Ich freue mich auf dich,
Herzlichst,
Melanie

 

 

“Nicht bewerten” – My SundaySpotlight #11

Das Konzept des “Nicht bewerten”
“Nicht bewerten”

Wenn du dich schon mal mit Meditation oder Achtsamkeit auseinandergesetzt hast, dann hast du bestimmt schon mal gelesen, dass du “nicht bewerten” sollst.

Warum eigentlich nicht?

Wenn du etwas bewertest, dann kann es dich durchaus dabei unterstützen, eine Handlung auch durchzuführen.

Ganz besonders, wenn du etwas gut findest.

Und manchmal kann dir die Kraft der Wut auch die nötige Energie verleihen, für etwas einzustehen oder gegen etwas anzutreten.

Trotzdem ist es oft ganz schön hilfreich, das Konzept des “nicht bewertens” anzuwenden.

All die vielen kleinen Dinge, die wir im Laufe des Tages so machen “müssen”, stehen ja ganz oft nicht besonders weit oben auf unserer Wunschliste. Sondern sind halt Sachen, “die dazugehören”, die “man halt machen muss”….

Wenn du jetzt in deiner inneren Zwiesprache anfängst, mit dir selber zu diskutieren, wann du (endlich) die den Kleiderschrank aufräumst… dann sinkt deine Motivation bestimmt noch mehr in den Keller, als sie offensichtlich sowieso beim Gedanken an diese Aufgabe ist.

Wenn auf der Liste nun aber Kleiderschrank aufräumen steht – und du die Aufgabe als das betrachtest, was sie ist: Nämlich einfach eine Aufgabe, dann könnte es ja sein, dass es dir deutlich leichter fällt, den Kleiderschrank aufzuräumen.

Gefühle

Klar – jeder macht das eine lieber als das andere… je nach Persönlichkeit und Erfahrungen.

Und ja, ich sage auch immer: Finde heraus, was deine Bedürfnisse sind…

Aber ich sage auch, dass das Leben nun mal keine Ponyhof ist. Und deswegen kann es dir helfen, wenn du gerade die Sachen, die du vielleicht nicht so gerne machst, versuchst neutral zu betrachten. Als das was es ist: Eine Aufgabe. Nicht mehr und nicht weniger.

Wenn du das Gefühl hast, dass deine Waage ins Ungleichgewicht geraten ist, und du unglaublich viele Aufgaben hast, die du doof findest – und auf der anderen Seite zu wenig Aufgaben stehen, die du gut findest…

…dann kann “nicht bewerten” eine Herausforderung werden. Und könnte ein Hinweis sein, noch mal genau hinzuschauen. Und vielleicht mal zu sortieren…

…und wenn du Hilfe beim sortieren brauchst, dann melde dich doch einfach bei mir. Oder wirf einen Blick auf mein Online-Coaching-Paket: “Finde deinen inneren Kompass”.

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Ich freue mich auf dich,
Herzlichst,
Melanie

 

 

Optimismus – My SundaySpotlight #10

Optimismus

Ich gehöre ja schon immer – also von Geburt an – zu den unverbesserlichen Optimisten.

Das verschafft mir übrigens nicht immer nur Freunde.

Menschen, die das Leben anders als ich betrachten, gehe ich mit meinem Optimismus auf die Nerven. Auch wenn ich zwar optimistisch aber nicht missionarisch bin.

Blümchenwiese?

Nein – Blümchenwiese wirst du bei mir nicht finden. Denn Optimismus heißt nicht an Einhörner zu glauben, die Regenbogen pubsen.

Optimismus heißt, daran zu glauben, dass es gut wird.

Ohne dabei die Realität aus dem Auge zu verlieren.

Jetzt kannst du einwenden, dass wenn ich nur das Schlechte erwarte, ich nicht enttäuscht werden kann. Und dass das viel besser ist.

Self fullfilling Prophecy

Was ist aber dann mit der self fullfilling prophecy?

Die besagt doch, dass das, was ich erwarte auch eher eintritt.

Wenn ich also glaube es wird gut – dann erhöhe ich die Wahrscheinlichkeit dass es gut werden kann.

Wenn ich glaube, es wird eh nichts…

Energielevel

Wenn ich motiviert bin, weil ich mein Ziel erreichen kann, dann habe ich mehr Energie. Die ich dann in die Aufgabe stecken kann. Das erhöht dann auch wieder die Wahrscheinlichkeit, dass es gut werden kann.

Und kleine Rückschläge oder Mißerfolge beweisen auch nicht: “Siehste, ich hab doch gesagt, es wird nichts” und ziehen noch mehr Energie ab.

Sondern können auf Basis der positiven Grundhaltung leichter abgehakt werden und ziehen keine oder wenig Energie.

In diesem Sinne: Ich bin und bleibe gerne ein “unverbesserlicher Optimist” – egal, was das Leben so bringt.

Und wenn du gerne mehr Optimismus hättest – dann melde dich doch bei mir.

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Herzlichst,
Melanie

 

 

Problem vs. Lösung – My SundaySpotlight #9

Problem versus Lösung

 

Ich bin total inspiriert und erleichtert.

Weil ich vorgestern und gestern auf einer Fortbildung war, auf die ich schon seit einem Jahr sehnsüchtig warte.

„Lösungsfokussierte Kurzzeittherapie nach Steve de Shazer und Insoo Kim Berg“

Ich coache ja so gerne, weil der Ansatz des Coachings völlig gegensätzlich zum tiefenanalytischen Ansatz läuft.

Also weg von der Fokussierung und Konzentrierung auf das Problem und dessen Ursachen hin zu:
„Okay – hier stehe ich vor einer Herausforderung: wie kann ich jetzt mit dieser Herausforderung umgehen?“

Mit der klaren Haltung, dass die Herausforderung mir eine Möglichkeit und Chance bietet, etwas daraus zu lernen.

Ohne mich zu fragen, warum mir jetzt dieses Problem zwischen die Beine geworfen wurde….

Das bin ich. Das entspricht ganz mir, meiner Haltung, meiner Sichtweise auf die Welt, meinem Mindset.
Alles in mir sagt “JA” dazu.

Und vielleicht merkst du schon den Unterschied in der Färbung der Gedanken und Gefühle.

Chance

„Ja. Nehme ich an. Da steckt was Positives für mich drin.“

Und da unsere Gesellschaft grad total gerne Challenges macht: die Chance ist eine Challenge.

Du hast die Freiheit zu entscheiden, was du mit dieser Challenge machst.

Problem

„Oh je. Das will ich nicht haben. Mach das weg. Warum ist das da….“

Und die Chance, die in der Challenge steckt…die ist hinter der großen Problemmauer….

Aber vielleicht ist die Mauer gar nicht so hoch wie du meinst?

Oder es gibt eine Brücke?

Oder eine Tür, durch die du gehen kannst?

Das ist Leben ist doch ein Ponyhof?

Ich will dir nicht vormachen, dass du alles erreichen kannst, wenn du nur willst. Daran glaube ich nicht.

Der Mensch kann ohne Hilfsmittel nicht fliegen. Und ich denke nicht im Traum daran, dass wenn ich mich nur genug anstrenge und fleißig übe, dass ich ohne Hilfsmittel irgendwann ohne jegliche Hilfsmittel fliegen kann.

Aber innerhalb meiner Möglichkeiten – da bin ich mir ganz sicher, gibt es immer einen Weg für mich.

Und innerhalb deiner Möglichkeiten gibt es immer einen Weg für dich.

Davon bin ich nicht nur fest überzeugt – das sehe ich bei meiner Arbeit täglich.

Und es ist ein großes Geschenk, sehen zu dürfen, wie du deine Möglichkeiten entdecken und aus dir selber heraus eine Lösung entwickeln kannst.

Alles was du brauchst ist in dir.

Ich bin nur der Geburtshelfer.

Und wenn du eine Hebamme für deine Lösungen brauchst – dann melde dich doch bei mir.

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Ich freue mich auf dich,

Herzlichst,
Melanie

Disziplin – My SundaySpotlight #8

MySundaySpotlight
Disziplin

 

Disziplin?

In den letzten Jahren gewinne ich immer mehr den Eindruck, dass Disziplin nahezu ein verbotenes Wort geworden ist. Es scheint im kompletten Gegensatz zu Achtsamkeit und den damit verbundenen Dingen zu stehen.

Aber stimmt das wirklich?

Ich glaube nicht, dass Disziplin etwas Negatives ist. Ich glaube auch nicht, dass Disziplin im Gegensatz zur Achtsamkeit steht.

Wie komme ich zu meiner Einschätzung?

Schauen wir uns beides doch einmal an.

Disziplin:

Disziplin meint eigentlich nur, Dinge zu machen.

  • Und zwar egal ob es gerade passt.
  • Oder ob man Lust hat.
  • Oder gerade etwas anderes verlockender ist.

 

Achtsamkeit

Achtsamkeit im eigentlichen Sinne meint:

  • dich selbst wahrzunehmen
  • deine Umgebung wahrzunehmen
  • ohne dass daraus eine Bewertung abgeleitet wird
  • ohne, dass daraus eine unmittelbare Handlung erfolgen muss

Achtsamkeit heißt also nur bewusst wahrnehmen.

Irgendwie habe ich ganz oft den Eindruck, dass Achtsamkeit in unserer Gesellschaft aber heißt:
“Ich nehme meine Bedürfnisse und Gefühle wahr und bediene sie auch – möglichst direkt.”

Das alleine erscheint für mich schon fragwürdig. Der damit weiterführend verbundene Punkt macht mir jedoch noch mehr Sorgen.

Aus der Ansicht, meine Gefühle und Bedürfnisse immer – möglichst direkt – zu bedienen entsteht bei vielen zusätzlich der Eindruck:
“Wenn es mir gerade nicht gelungen ist, meine Gefühle und Bedürfnisse gut zu bedienen, dann habe ich nicht gut für mich gesorgt”

Der letzte Punkt führt dann häufig zu einer ganzen Tirade von Selbstvorwürfen. Und – das ist ja kein Geheimnis – mit uns selbst gehen wir so hart ins Gericht und reden auf eine Art und Weise mit uns, wie wir das niemals mit jemand anderen machen würden.

Disziplin und Achtsamkeit als Unterstützung

Wenn du total gerne Sport in dein Leben integrieren möchtest – dann hilft dir die Disziplin.

Stell dir vor, du möchtest gerne 3x die Woche Sport machen (und du hast vorher kein Sport gemacht).

Stell dir weiter vor, du hast dir den Montagabend für Sport ausgesucht.

Der erste Montagabend kommt. Dieser Montag war ein besonders typisches “Montagsexemplar”. Du bist nicht ausgeschlafen, die Bahn ist dir vor der Nase weggefahren, es hat geregnet. Der Chef ist mit der von dir am Freitag gelieferten Leistung nicht zufrieden… kurz um. Es lief mal auf voller Linie doof.

Montag abend. Endlich geschafft. Endlich zu Hause.

Und jetzt, als Krönung des Tages: “Mist – Sport wollte ich heute machen.”

Start der Diskussionsrunde

A: “Ja, Sport. Gut und wichtig. Hast du dir auch vorgenommen.”
B: “Oh nein. Nicht heute. Der Tag war schon schrecklich genug. Ich bin müde. Ich habe keine Lust. Ich möchte mich nur noch auf die Couch hauen und Fernseh gucken.”
A: “Sport tut dir gut. Kannst du den Frust von heute loswerden. Könntest dich danach besser fühlen.”
B: “N- E – I – N… das ist mir zuviel. Ausserdem: Man soll doch Achtsam sein. Wenn ich jetzt einfach ignoriere, dass ich keine Lust habe, dann habe ich gar nicht gut für mich gesorgt. Ich sorge jetzt gut für mich und verschiebe auf nächste Woche Montag. Das der Tag heute so doof war, da kann ich nichts für.”

Wahrscheinlich wirst du dich trotzdem nicht gut fühlen, auch wenn du dir gesagt hast, dass du ja gut für dich gesorgt hast.

Denn:
  • Durch achtsame Beobachtung ist dir klargeworden, dass du Bewegung in deinem Leben brauchst, um damit ein paar Bedürfnisse in deinem Leben zu bedienen.
  • Du hast dadurch eine gute Entscheidung treffen können (nämlich Sport machen zu wollen)
  • Das es heute blöd ist, stimmt zwar. Aber hier handelt es sich um ein kurzfristiges Gefühl – dem musst du nicht unbedingt nachgeben.
Disziplin als Helfer, langfristige Ziele erreichen zu können

“Mit Geduld und Spucke” hat meine Oma immer gesagt. Und sie hat recht. Stetig und beständig. Nicht immer über alles nachdenken. Und nicht jedesmal für alles eine Diskussionsrunde des Inneren Teams einberufen…

Denn wenn wir eine Vereinbarung jedes mal neu diskutieren… warum haben wir dann eine Vereinbarung getroffen?

Und wenn du Unterstützung brauchst, achtsam gute Ziele zu finden, und zwischen – diesem Bedürfniss muss ich sofort nachgeben und diesem nicht… dann lass dir doch gerne von mir helfen – auch online.

Ich freue mich auf dich,

Herzlichst,
Melanie

 

Minimalismus – My SundaySpotlight #7

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Minimalismus
Weniger ist mehr?

 

„Räume auf. Wenn du deine Wohnung, deinen Keller… aufräumst, dann wirst du merken,
wie du auch innerlich aufgeräumter bist.“

So, oder so ähnlich kann man es immer wieder, in regelmäßigen Abständen lesen.

Aber stimmt das auch?
“Weniger” entspannt?

Weniger entspannt sicherlich – wenn es das für dich richtige Weniger ist.

Wenn du z.B. oft viele Menschen um dich herum brauchst, für Input, Anregung, Entspannung…, dann wären weniger Treffen mit vielen Menschen für dich bestimmt nicht das Richtige.

Wenn du jemand bist, der auch seine Zeit für sich braucht, und nicht so oft mit anderen oder vielen Menschen zusammen sein muss, dann wäre ein „Weniger Zeit für dich selbst“ nicht das Richtige.

Du siehst – Weniger ist nur dann mehr, wenn du das Richtige reduzierst.

Also den ganzen Kram, den du nicht wirklich brauchst.

Aller Anfang ist schwer?

Mach ein Projekt draus. Überlege, wie lange das Projekt dauert.

Wenn dir ausmisten schwer fällt, dann läuft das Projekt länger.

Innerhalb des Projektes kannst du dir kleine Ziele setzten. Je nach dem, was du gut schaffen kannst.

  • Z.B.: Ich räume alles Sachen, die ich seit 1 Jahr nicht mehr getragen habe, aus dem Kleiderschrank in den Keller.
  • Oder: 5 Sachen, die schon 1 Jahr im Keller gelegen haben, und nicht gebraucht wurde noder keinen Erinnerungswert hat, stelle ich zum Verkauf ein oder schmeiße sie weg.

Niemand sagt, dass du gleich alles auf einmal perfekt machen musst. Fang doch einfach mit etwas an, das dir leichtfällt. Oft ist es ausmisten und aufräumen.

Vielleicht läuft gleichzeitig ein Projekt: „Was brauche ich wirklich neu?“

Du könntest zu jedem neuen Teil überlegen– ob und wie lange dir das Neue einen Mehrwert verschafft.

Und was es dich kostet, wenn du es eigentlich nicht wirklich brauchst…

  • Arbeitszeit – weil du das Geld für diese Sache verdienen musst
  • Zeit, um in den Laden zu gehen und die Sache zu kaufen (oder Zeit im Internet)…
  • Zeit, in der dir die Sache immer wieder vor die Füße fällt und du dich vielleicht ärgerst, weil du für etwas Geld ausgegeben hast, was du eigentlich nicht brauchst
  • Zeit, die du brauchst, um es erstmal irgendwohin zu räumen
  • Zeit, die du brauchst, um es wieder hervorzuholen, zu fotografieren, Text zu schreiben, einzustellen, wieder wegräumen, Nachfragen zu beantworten, es wieder hervorzuholen, passende Verpackung suchen / organisieren, verpacken, frankieren, wegschicken…

Ich wünsche dir viel Spaß bei deinen Projekten.

Und wenn du Hilfe und Unterstützung brauchst: Struktur und Ordnung liegen mir…ich unterstütze dich gerne – auch online.

Ich freue mich auf dich,
Herzlichst,
Melanie

Entscheidungen treffen – My SundaySpotlight #6

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Entscheidungen

 

Entscheidungen treffen

Entscheidungen zu treffen kann manchmal ganz schön schwer sein.

Mal liegt es an der Tragweite der Entscheidung. Dann ist es gut und richtig, dass man sich für den Prozess der Entscheidungsfindung ausreichend Zeit nimmt.

Mal liegt es daran, dass jede Alternative gleich gut oder gleich schlecht zu sein scheint. Oder ist.

Mal liegt es aber auch daran, dass man einfach schon zu viele Entscheidungen getroffen hat.

Man “Entscheidungsmüde” ist.

 

Die Fülle der Möglichkeiten

Kann ganz schön anstregend werden. Aus so vielen Möglichkeiten darf (und damit allerdings auch soll) eine Entscheidung getroffen werden. Und zwar die Beste. Da drunter geben wir uns gar nicht mehr mit ab.

Das fängt beim Joghurt kaufen an.
* In welches Geschäft gehst du? Aldi, Lidl, Netto… Edeka, REWE… Alnatura, Naturata…
* Wenn es kein Bio-Laden ist: Soll der Joghurt Bio sein?
* Egal in welchem Geschäft: Welches Bio-Label soll es sein.
Hast du da eine grundsätzliche Entscheidung getroffen oder überlegst du jedes Mal?
* Kuhmilch? Ja / Nein?
* Wenn kein Kuhmilch, was dann?
* Soja?
* Wenn Soja – und nicht Bio, dann mit oder ohne Gentechnik?
* Kokos?
* Ziege
* Und fast ganz zum Schluß: Geschmacksrichtung?
* Und jetzt noch der Preis: Bist du bereit den Preis zu zahlen? Wenn ja, warum? Wenn nein, Warum?

Und das war ja nur der Joghurt.

 

Grundsatzentscheidungen

Können dir ungemein helfen, die Menge der vielen kleinen Entscheidungen zu reduzieren.

Bei mir sieht der Joghurtkauf so aus:

1. Ich kaufe immer wenn es geht Bio.
2. Bio immer wenn es geht an erster Stelle: Demeter, an zweiter Stelle: Bioland
3. Ergo gehe ich immer wenn es irgendwie geht in einen Bioloaden oder auf den Ökomarkt. Dafür fahre ich samstags sogar mit dem Rad in die Stadt.
4. Kuhmilch: Vertrage ich nicht. Macht diese Entscheidung leichter… Wenn ich sie vertragen würde: Wäre es Bio, weil habe ich ja grundsätzlich bereits so für mich entschieden.
5. Okay… Soja, Kokos, Geschmacksrichtung…. die bleiben auch bei mir.
6. Die Preisentscheidung entfällt. Da ich mich für Bio entschieden habe. Mir das den Mehrpreis wert ist.

Und so mache ich das übrigens mit vielen Dingen. Ich überlege mir grundsätzlich, was mir wichtig und unwichtig ist. Und dann sind die Entscheidungen die unter diesen Grundsatz fallen, viel leichter oder entfallen sogar.

 

Mehr Input?

Noch ein Beispiel.

Vor Corona bin ich montags zum Chor gegangen. Tut mir gut, macht mir spaß.

Wenn mich jetzt jemand fragt, ob ich Montag abend Zeit habe, dann lautet meine Antwort: Nein.

Weil: Ich gehe montags zum Chor.

Muss ich nicht nachdenken. Nicht entscheiden. Nicht Für und Wider gegeneinander abwägen. Habe ich schon gemacht. Und mich entschieden.

Für: montags gehe ich zum Chor.

“Okay… Corona ist stärker als ich… also gehe ich grad montags nicht zum Chor.
– ABER: montags mache ich definitiv Yoga. Statt Chor.”

Probier es aus. Und vielleicht bist du dann etwas entspannter.

Und wenn du beim Entscheiden oder bei grundsätzlichen Entscheidungen Unterstützung brauchst, dann lass dich doch einfach von mir unterstützen.

Ich freue mich auf dich,

Herzlichst,
Melanie

Prioritäten setzten – My SundaySpotlight #5

MySundaySpotlight
Listen, Listen, Listen… die Vierte
Zu viele Aufgaben – oder die Kunst des Priorisierens

 

Zu viele Aufgaben?

Wer hat das nicht? Zumindest immer mal wieder?

Manchmal ist es einfach tatsächlich so. Dann hilft nur schieben. Schieben von Dingen, die man vielleicht lieber macht. Oder die regelmäßig auf der Liste stehen.

 

Und wenn es oft / immer so ist?

Dann gilt es: Hinschauen. Priorisieren.

 

Ach priorisieren – das geht bei mir nicht. Ist alles gleich wichtig.

Prioriseren hat meinstens was mit Entscheidungen zu tun.

* Entscheidungen, was mir wichtig ist.
* Entscheidungen, was mir jetzt oder kurzfristig wichtig ist.
* Entscheidungen, was ich grundsätzlich möchte
* Entscheidungen, was ich grundsätzlich nicht möchte

Und weil jeden Tag unglaublich viele Entscheidungen anstehen – viel mehr als noch vor 20 Jahren – ist es superhilfreich, wenn man grundsätzlich eine Idee davon hat, was man wirklich möchte. Und nicht möchte.

 

Und für die Priorisierung der Liste hilft auch das Eisenhower-Prinzip

Wie geht’s?

Teile deine Aufgaben auf deiner Liste in folgende Kategorien:

1. Wichtig und dringlich
2. Wichtig, aber nicht dringlich
3. Nicht wichtig, aber dringlich
4. Nicht wichtig und nicht dringlich

Was machst du mit dieser Einteilung?

1. Wichtig und dringlich: Sofort selbst erledigen
2. Wichtig, aber nicht dringlich: Exakt terminieren und zum Termin selbst erledigen
3. Nicht wichtig, aber dringlich: zum sofortigen Erledigen DELIGIEREN
4. Nicht wichtig und nicht dringlich: liegen lassen / Papierkorb / nicht erledigen

Viel Spaß beim Priorisieren.

Und wenn es dir nicht so gut gelingt, dann lass dich doch gerne von mir unterstützen.

Ich freue mich auf dich,

Herzlichst,
Melanie

Listen als Feedback – My SundaySpotlight #4

MySundaySpotlight
Listen, Listen, Listen… die Dritte
Sehen, was man eigentlich so alles macht

 

Warum schon wieder Listen?

Listen sind ein wunderschönes Werkzeug. Ein Werkzeug, mit dem man einiges machen kann.

 

Sehen, was man eigentlich so alles macht.

Manchmal verschwindet die eine oder andere Aufgabe im Alltag. Sie wird gemacht, aber als selbstverständlich angesehen. Und “selbstverständlich” hat einen geringeren Wert, als eine Aufgabe, die erledigt wird.

Wenn dein Tag also aus ganz vielen “Selbstverständlichkeiten” besteht, dann kann es sein, dass du die Leistung, die dahinter steht, gar nicht mehr richtig siehst. Und dann kann es sein, dass du zwar den ganzen Tag “Selbstverständlichkeiten” – also Aufgaben erledigst, aber abends trotzdem das Gefühl hast, überhaupt nichts zu schaffen.

Wenn du aber deine Liste mit all den vielen kleinen Dingen füllst, die du so in 12 Stunden erledigst…

 

…dann könntest du deine Leistung vielleicht wieder besser erkennen.

Denn unter uns:
*Spülmaschine einräumen + Anschalten (5 Minuten – ohne Puffer)
* Müll rausbringen + neue Mülltüten in die Mülleimer tun (5 Minuten – ohne Puffer)
* Kochen (im Schnitt würde ich hierfür OHNE Puffer 45 Minuten veranschlagen)
* Waschmaschine anmachen + Wäsche in den Trockner räumen + Wäsche falten + Flusensieb sauber machen + Kondenswasser wegschütten (alles zusammen bei einer Maschine Wäsche: ca. 15 Minuten – ohne Puffer)
*…

Und schwuppdiwupp… sind nach Feierabend mal eben ca. 75 Minuten für “Selbstverständlichkeiten” aufgewendet worden.

Ich persönlich finde es übrigens nach einem ganzen Arbeitstag eine ganz schön gute Leistung, das alles noch hinzubekommen.

 

Listen können die Blickrichtung ändern, wenn du möchtest…

… weg von: Was ich alles (immer noch) nicht geschafft habe.
… hin zu: Wow, das alles habe ich geschafft.
… hin zu: Ui, so viel kann auch wirklich keiner schaffen

Letzteres kann dir den Druck nehmen, dass “alle anderen das ja auch alles schaffen”. Denn wenn du die Zeit dazu addierst, dann kannst du ja schnell sehen, dass es vielleicht einfach zu viel ist. Es also nicht an dir und deiner Leistungsfähigkeit, sondern an der Menge der Aufgaben liegt?

Und wenn du denkst, dass du einfach zu viele Aufgaben hast, die alle immer und wirklich erledigt werden müssen… dann lass dich doch gerne von mir unterstützen.

Ich freue mich auf dich,

Herzlichst,
Melanie